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Geschichte der Spiritusfabrik Krakow am See

Wir suchen alles zur Spiritusfabrik: Bilder, Ansichtskarten, Fotos, Geschichten, Fakten, Dokumente …

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Blick auf die Spiritusfabrik                               Destillation                  Kesselreinigung 

 

1833      im Mecklenburgischen Staatskalender Schwerin ist ein Branntweinbrenner erwähnt,

die Krakower Brennerei befand sich auf dem Beelitzschen Grundstück, der heutigen Langen – Str. 3

1888      Der Krakower Kaufmann und Brennereibesitzer D. Lorenz lud alle Brennereibesitzer der beiden Mecklenburger Fürstentümer zu einem Treffen nach Krakow ein. Auf diesem wurde die Gründung der Mecklenburgischen Spiritus-Verwertungs-Genossenschaft beschlossen. Eine neue Fabrik wurde am Bahnhof in Krakow gebaut und ging später in den Alleinbesitz des, zum Kommerzienrat avancierten, Kaufmanns D. Lorenz über.

Der Betrieb war so konzipiert, dass er sämtlichen Rohspiritus der Mecklenburgischen Kartoffel- und Kornbrennereien destillieren konnte. Dabei wurden Alkohole für technische und medizinische Zwecke, sowie auch für Trinkbranntweine hergestellt. Mit zwei Destillationsapparaten von je 16.000 und 25.000 Litern konnten in der Stunde 350 – 400 l reiner Alkohol mit 96 Vol. % hergestellt werden.

Die Fabrik verfügte über einen eigenen Bahnanschluss und hatte werkseigene Waggons. Diese wurden mit einer Seilwinde, zuerst von einem Verbrennungsmotor, später von einem Elektromotor betrieben, rangiert. Diese Spillmaschine befindet sich heute im Museum des Vereins Schweriner Eisenbahnfreunde e.V..

 Beheizt wurde das Werk mit Steinkohle, die per Bahn angeliefert wurde. Der Schornstein des Heizhauses hatte ein Höhe von 42 m.

Gearbeitet wurde in drei Schichten rund um die Uhr. Mit ca. 60 Mitarbeitern war die Spiritusfabrik größter Arbeitgeber in der Stadt Krakow. Die Heizer und Apparateführer wurden so ausgewählt, dass sie mehrere Berufe beherrschten, so dass alle im Werk anfallenden Arbeiten von eigenen Arbeitskräften erledigt werden konnten. So hatte der Betrieb eine eigene Schlosserei, Schmiede, Tischlerei, Böttcherei und Malerei.

Die Mecklenburgische Spiritus-Verwertungs-Genossenschaft hatte anfangs für die Reinigung und Auslieferung von Spiritus eine Monopolstellung in Mecklenburg.

1898      Gründung der Reich –Branntwein–Zentrale in Berlin; Die Krakower Spiritusfabrik wird deren Mitglied, bleibt aber weiterhin in Privatbesitz von D. Lorenz.

1918      Das Reichs-Branntwein-Monopol-Gesetz vom 26.7.1918 tritt in Kraft.

Der Kommerzienrat D. Lorenz stiftet seinen Arbeitern eine Kleingartenanlage, die spätere „Lorenzkolonie“. Sie hat 72 Parzellen von je 400 m². In der Fabrik sind etwa 65 Arbeiter beschäftigt.

1919      Seit dem 1.10.1919 besteht die Reichsmonopolverwaltung für Branntwein in Berlin.

1922      Die Reichsmonopolverwaltung für Branntwein übernimmt die Krakower Spirituosenfabrik. Kommerzienrat D. Lorenz erhält eine Abfindung und scheidet aus dem Betrieb aus.

                Wer in der Fabrik arbeitet, ist nun beim „Monopol“ beschäftigt. Dieser Name hält sich in Krakow bis nach dem 2. Weltkrieg.

1936      Auf dem Freigelände des Betriebes werden große Spritbehälter aufgestellt, von denen der größte ein Fassungsvermögen von 2 Mio. Litern hat.

                Die Aussenstelle Krakow der Reichmonopolverwaltung wird auf den Krieg vorbereitet. Es wird ein Schutzraum für die Belegschaft eingerichtet und es finden Schulungen und Übungen zum Luftschutz statt.

1945      Mitte Apil kam eine Kommission der Wehrmacht in die Fabrik nach Krakow und nahm Spritproben. Kurz darauf kamen Tankwagen und holten tausende Liter Sprit ab, der als Treibstoff für Panzer verwendet werden sollte. Glücklicherweise wurde der Betrieb während des Krieges weder bombardiert, noch gesprengt.

                Auf Anweisung der Berliner Zentrale sollte noch vor dem Einmarsch der Russen sämtlicher Sprit in den Krakower See abgelassen werden. Große Fischmengen kamen unter Alkoholeinfluss und konnten von den Krakower Bürgern mit den Händen gefangen werden. Die Russen fanden trotzdem noch erheblich Bestände an Spirituosen in der Fabrik an. Der Betrieb war eingestellt.

1946      Die Fabrik ging in Volkseigentum über und es wurde der VEB Spiritus Berlin-Adlershof, Zweigstelle Krakow gebildet. Im Laufe des Jahres 1946 wurde die Produktion wieder aufgenommen.

1952      Am 7. Mai Nachmittags gegen 16.00 Uhr ereignete sich ein folgeschweres Brandunglück . Ein Blitzeinschlag setzte einen, auf dem Hofe stehenden, Spiritustank mit ca. 300.000 l Fassungsvermögen in Brand und ließ ihn explodieren. Nur dem mutigen Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr Krakow am See und weiterer Wehren aus Güstrow und Rostock gelang es das Feuer einzudämmen und eine weitere Explosion auf dem Hofe stehender Tanks zu verhindern. Der auslaufende Sprit lief brennend als Fackel über den Hof bis in den Mühlbach, der bis zum Einlauf in den See brannte. Nur durch die günstige Windrichtung, während des Brandes blieb Krakow am See von einer größeren Katastrophe verschont.

                Die Freiwillige Feuerwehr Krakow am See, die als erstes den Kampf gegen das Feuer aufnahm, verlor an diesem Tage fünf Kameraden.

1953      Die beiden noch intakten Außentanks wurden demontiert und die Destillation eingestellt. Die Belegschaft wurde von 40 auf 15 Mitarbeiter verkleinert.

1954      Der Betrieb fungierte nur noch als Sammel- und Verteilungslager des VEB Bärensiegel Berlin. In Krakow am See wurde der Spiritus aus allen Brennereien der drei Nordbezirke, Schwerin, Rostock und Neubrandenburg, eingelagert und dann an die Endverbraucher, z.B. Spirituosenfabriken, ausgeliefert.

Fabrik5.jpg1958      Der nicht mehr benötigte Schornstein

der Spiritusfabrik wird manuell abgebaut.

Damit schwindet das weithin sichtbare

Wahrzeichen aus der Stadtsiluette.

 

 

 

 

1992      Am 31.März wurde das Spirituslager Krakow am See geschlossen und die zehn Beschäftigten entlassen.

2003      Familie Kiel erwirbt die ehemalige Spiritusfabrik Krakow am See.

2004      Aufgrund eingebrochener Dächer, feuchter Wände und drohender Einsturzgefahr, nach 12 Jahren Stillstand, musste ein Teil der Backsteingebäude abgerissen werden. Die Schrittweise Sanierung der bestehenden Gebäude begann.

2006      Eröffnung des Ladens Softeis & Imbiss Villa Rita im ehemaligen Pförtnerhäuschen durch Andrea Kiel.